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Welch ein Ohrenschmaus…

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21
Dez

Rezension: Julian Gloag – Als ob nichts geschehen wäre

„Sieben Kinder allein und im Garten eine Leiche“, mehr ist dem Klappentext der CD über ihren Inhalt nicht zu entnehmen und dennoch klingt es nach einem viel versprechenden Plot. Auf insgesamt sechs CD’s liest (und singt!) Jens Wawrczeck (bekannt als Peter Shaw von den drei Fragezeichen) das zu Unrecht in Vergessenheit geratene Erstlingswerk von Julian Gloag mit viel Begeisterung und Hingabe. Auch wenn man es bei Jens Wawrczeck vermuten könnte, handelt es sich nicht um die Vertonung einer Kinder- oder Jugendgeschichte. „Als ob nichts geschehen wäre“ ist vielmehr eine schaurige Geschichte, die verschiedene Elemente aus Horror und Drama miteinander vermengt, dabei aber immer mal groteske und humoristische Aspekte beleuchtet. Die sieben Kinder, um die es in dem Roman geht, sind alle Geschwister und die Leiche, die sich in ihrem Garten befindet, ist ihre Mutter, die sie dort beerdigten. Außer ihrer Mutter haben die sieben Sprösslinge niemanden, der sich um sie kümmert. Jedoch beschließen sie nach dem Tod ihrer Mutter ganz einfach so weiter zu leben wie bisher und keinem Erwachsenen etwas davon zu sagen. Im Schutze ihres Elternhauses
beginnen die Kinder eine Hierarchie untereinander festzulegen und ein System von Gehorsam und Strafe einzuführen. Die älteren Geschwister haben dabei das Sagen und ahnden Zuwiderhandlungen gegen ihr Diktat auf unbarmherzige Weise, aber angeblich mit dem Segen ihrer Mutter. Da sie alle eine christliche Erziehung genossen haben, kennen sie die Bibel (und insbesondere das Alte Testament) gut und sind daher auch nicht gerade zimperlich im Bezug auf Strafen. Ab und zu fühlt man sich ein bisschen an William Golding’s „Herr der Fliegen“ erinnert, zumal in dieser Geschichte
ebenfalls Kinder versuchen miteinander ohne Erwachsenen zu leben, allerdings mit fatalen Folgen.
Ob und wie lange das jedoch in „Als ob nichts geschehen wäre“ gut geht, kann man auf dieser
bemerkenswerten gekürzten Lesung nach hören.
Unsere Bewertung:
• Geschichte: *****
• Charaktere: *****
• Spannung: *****
• Sprecher: *****
• Aufnahmequalität: *****
Fazit: Jens Wawrczeck verhilft einem verschollenes Meisterwerk der Literatur gekonnt zu neuem
Leben!

Wir bedanken uns beim Lübbe-Verlag für das Rezensionsexemplar.



Ein Kommentare zu diesem Beitrag. to “Rezension: Julian Gloag – Als ob nichts geschehen wäre”

  1. sway sagt:

    klingt aber etwas makaber. trotzdem glaube ich, dass ich mir die cd mal zulegen muss! danke

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