Online Hörbuch – Alles über Hörbücher

Welch ein Ohrenschmaus…

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27
Jan

Alte Bücher rentabel verkaufen

In vielen Regalen liegen Bücher herum, die man nur selten oder auch gar nicht mehr in die Hände nimmt. Schade um die literarischen Werke, denn sie haben sicherlich viel Geld gekostet und nun liegen sie achtlos im Regal. Dass es auch anders geht, weiß man, aber oftmals liest man ein Buch nur ein einziges Mal, ehe sie im Bücherregal verschwinden.

Eigentlich ist das eine traurige Sache, denn Bücher haben ja nicht nur einen reellen Wert, sondern sie verkörpern auch einen ideellen Wert. Wie wäre es, wenn man seine alten Bücher verkaufen würde, um zumindest noch ein wenig Geld für sie zu bekommen? Im Internet gibt es einige Anbieter, denen man seine Bücher verkaufen und sogar tolle Preise erzielen kann.

Booklooker und Co kennenlernen

Dahin gehend sollte man das Portal Alte-Buecher-Verkaufen.com besuchen, denn hier gibt es einen großen Vergleich der Anbieter, die gebrauchte Bücher zu fairen Preisen kaufen. Der Test zeigt, dass man jedoch genau hinschauen sollte, wem man seine Bücher anvertraut, denn die Konditionen sind bei jedem Ankäufer anders.

So bekommt man bei Momox mindestens 10 Euro, während man bei Booklooker auf eine Plattform stößt, bei der man Ankäufer für seine alten Bücher finden kann. Auf Alte-Buecher-Verkaufen.com werden alle bekannten Ankaufportale miteinander verglichen, sodass man für sich den besten Anbieter entdecken kann. Warum also noch die alten Bücher, die man eh nicht mehr liest, weiter einstauben lassen, wenn man sie zu Geld machen kann?


29
Jul

Hörbuch am Strand?

Wenn das Wetter im Sommer wieder einmal so schön ist wie selten, dann kann man die Gelegenheit gut nutzen um sein Lieblingshörbuch mit an den Strand oder See zu nehmen. Je nachdem welcher Quelle man sich bedient lassen sich die Hörbücher leicht auf den Portablen Player überspielen und dem genuss steht nichts mehr im wege.
Bedenken sollte man nur, dass es sich meistens recht umständlich zurückspuhlen lässt.
Hält man also zwischendurch einmal ein Pläuschen, so kann es den Hörgenuss beträchtlich schmälern. Also unbedingt pausieren, wenn man einmal nicht mehr die Ruhe hat zuzuhören.


11
Nov

Rezension: Dietrich Schwanitz – Bildung- Alles was man wissen muss

Dietrich Schwanitz- Bildung- Alles was man wissen muss
Das Buch „Bildung“ von Dietrich Schwanitz wurde als eine „Frechheit“ bezeichnet und dennoch oder vielleicht auch deswegen ist es zu einem Bestseller geworden. Allein schon der Titel wirkt reichlich anmaßend und will polarisieren. Als ob diesem Buch eine ganze Bibliothek inkorporiert wäre. Das ist selbstverständlich nicht der Fall. Kein einzelnes Buch kann den Anspruch erheben auf alle Fragen eine Antwort zu bieten. Viele wissenschaftliche Bereiche oder Teilbereiche, allen voran die Naturwissenschaften finden in „Bildung- alles was man wissen muss“ keine Beachtung.
Stattdessen beschäftigt sich Schwanitz mit Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Philosophie und stellt hin und wieder einen Bezug zu unserer jetzigen Gesellschaft her. Hierbei outet sich Schwanitz, ob bewusst oder unbewusst, als großer Shakespeare Fan. Wer aber nun denkt, es handelt sich bei „Bildung – alles was man wissen muss“ um eine dröge Lektüre, die eine nüchterne Darstellung der vorwiegend kulturellen Materie beinhaltet, liegt denkbar falsch. Der Erzählstil ist locker und auch durchaus witzig, teilweise aber auch polemisch, so zum Beispiel, wenn Schwanitz mit, nach seiner Meinung, unnützem Wissen ins Gericht geht: Als überflüssiges Wissen klassifiziert Schwanitz unter anderem jeglichen Klatsch aus den Königshäusern, das aktuelle Fernsehprogramm oder Fußballwissen. Letzteres verwundert, zumal auch in höchsten gesellschaftlichen Kreisen, zumindest in Deutschland, eine rege Begeisterung für den Fußball erkennbar ist. Angela Merkel, Franz Walter Steinmeier oder Kurt Beck sind schließlich nicht gerade selten im Fußballstadion anzutreffen und auch wenn ein solches Trivialwissen keinen hohen Stellenwert genießt, so dient es immerhin als Einstieg in eine lockere Unterhaltung; ganz egal auf welchem Bildungsniveau man sich aufhält. An diesem Beispiel sieht man auch den Hauptkritikpunkt dieses Buches: man bekommt den Eindruck, Schwanitz ginge es manchmal weniger darum Wissen zu vermitteln, als viel mehr darum seine eigene Meinung beim Leser/Hörer ab zu laden. Das wirkt gerade beim Hören manchmal unsympathisch und lenkt vom eigentlichen Thema ab. Jedenfalls schafft es der Sprecher dieses Hörbuchs, Matthias Ponnier, seine Zuhörer für mehrere Stunden an seine Worte zu fesseln und das ist bei geschätzten 400 Seiten Skript und 12 CD’s wirklich keine Leichtigkeit ist. Ponnier verfügt über eine äußerst angenehme Baritone Stimme, setzt die richtigen Schwerpunkte bei der Betonung zynischer Kommentare und spricht französische Begriffe fabelhaft aus. Einzig die englische Aussprache gelingt ihm nicht immer, da hier jedoch viele englische Vokabeln verwendet werden fällt dieses kleine Manko schon nach einiger Zeit negativ auf. Davon abgesehen kann man Ponnier aber ohne Ermüdungserscheinungen über eine lange Strecke gut zuhören. Was letztlich von dem Gesagten hängen bleibt, ist sicher von Hörer zu Hörer recht unterschiedlich. Dennoch glaube ich, dass man an der ein oder anderen Stelle des Hörbuches gut beraten wäre Papier und Bleistift zur Hand zu haben (z.B. bei der Nennung mehrerer Jahreszahlen hintereinander und der damit verbundenen Ereignisse), wenn man wirklich etwas aus diesem Hörbuch für sich „mitnehmen“ will. Dennoch ein echtes Lehrbuch ersetzt dieses Hörbuch nicht, aber es hilft Lücken zu schließlich, wenn man selbst schon über ein solides Grundwissen verfügt.

Unsere Bewertung:
• Geschichte: *****
• Sprecher: *****
• Aufnahmequalität: *****

Fazit: Man muss mit Schwanitz ja nicht immer einer Meinung sein, aber ein bisschen Allgemeinbildung tut niemandem weh!
PH


21
Dez

Rezension: Julian Gloag – Als ob nichts geschehen wäre

„Sieben Kinder allein und im Garten eine Leiche“, mehr ist dem Klappentext der CD über ihren Inhalt nicht zu entnehmen und dennoch klingt es nach einem viel versprechenden Plot. Auf insgesamt sechs CD’s liest (und singt!) Jens Wawrczeck (bekannt als Peter Shaw von den drei Fragezeichen) das zu Unrecht in Vergessenheit geratene Erstlingswerk von Julian Gloag mit viel Begeisterung und Hingabe. Auch wenn man es bei Jens Wawrczeck vermuten könnte, handelt es sich nicht um die Vertonung einer Kinder- oder Jugendgeschichte. „Als ob nichts geschehen wäre“ ist vielmehr eine schaurige Geschichte, die verschiedene Elemente aus Horror und Drama miteinander vermengt, dabei aber immer mal groteske und humoristische Aspekte beleuchtet. Die sieben Kinder, um die es in dem Roman geht, sind alle Geschwister und die Leiche, die sich in ihrem Garten befindet, ist ihre Mutter, die sie dort beerdigten. Außer ihrer Mutter haben die sieben Sprösslinge niemanden, der sich um sie kümmert. Jedoch beschließen sie nach dem Tod ihrer Mutter ganz einfach so weiter zu leben wie bisher und keinem Erwachsenen etwas davon zu sagen. Im Schutze ihres Elternhauses
beginnen die Kinder eine Hierarchie untereinander festzulegen und ein System von Gehorsam und Strafe einzuführen. Die älteren Geschwister haben dabei das Sagen und ahnden Zuwiderhandlungen gegen ihr Diktat auf unbarmherzige Weise, aber angeblich mit dem Segen ihrer Mutter. Da sie alle eine christliche Erziehung genossen haben, kennen sie die Bibel (und insbesondere das Alte Testament) gut und sind daher auch nicht gerade zimperlich im Bezug auf Strafen. Ab und zu fühlt man sich ein bisschen an William Golding’s „Herr der Fliegen“ erinnert, zumal in dieser Geschichte
ebenfalls Kinder versuchen miteinander ohne Erwachsenen zu leben, allerdings mit fatalen Folgen.
Ob und wie lange das jedoch in „Als ob nichts geschehen wäre“ gut geht, kann man auf dieser
bemerkenswerten gekürzten Lesung nach hören.
Unsere Bewertung:
• Geschichte: *****
• Charaktere: *****
• Spannung: *****
• Sprecher: *****
• Aufnahmequalität: *****
Fazit: Jens Wawrczeck verhilft einem verschollenes Meisterwerk der Literatur gekonnt zu neuem
Leben!

Wir bedanken uns beim Lübbe-Verlag für das Rezensionsexemplar.


24
Nov

Rezension: Frank Schätzing- Der Schwarm

„Meine Güte, was für ein Audio-Epos!“ Schon vor dem Hören war ich, ehrlich gestanden, ziemlich beeindruckt: 10 CD’s, über 700 min. Laufzeit einen Soundtrack von Loy Wesselburg und dann auch noch so großartige Stimmen, wie die von Joachim Kerzel! Beinahe ehrfürchtig legte ich die erste CD in den Player, mit dem festen Vorsatz, das gesamte Monster in einem Rutsch durch zu hören. Das gelang mir aber leider nicht. Zwar war ich anfangs gefesselt von der Geschichte, aber spätestens ab der Hälfte zeigten sich die ersten Längen dieser Geschichte und leider auch ein paar Schwächen. Letztlich brauchte ich ein ganzes Wochenende, um „Der Schwarm“ zu ende zu hören und ich muss leider sagen, dass ich es nicht nur genossen habe.

Frank Schätzings Öko-Thriller handelt vom Leben in einem, dem Menschen unbekannten
Universum, nämlich dem Meer. Tatsächlich wissen wir mehr über den Mond als über die Meere. Besonders die Tiefsee ist uns immer noch ein Mysterium, also jene Bereiche, die mehr als 1000 Meter unter dem Meeresspiegel liegen. Ein paar Zahlen seien zur Verdeutlichung genannt: Die Tiefseegebiete der Erde nehmen 318 Millionen Quadratkilometer, also 80 Prozent der Weltmeere und 62 Prozent der gesamten Erdoberfläche ein. Anders ausgedrückt: Die Tiefsee ist doppelt so groß wie sämtliche Kontinente zusammen. Und bisher sind erst einige hundert Quadratmeter von ihr erforscht. Diesen Umstand macht sich Schätzing zu Nutzen und kreiert einen mysteriösen Thriller rund um das Ökosystem der Tiefsee und um die Gefahren, die in dieser Unterwasserwelt lauern: Immer mehr Fischer kommen auf scheinbar unerklärliche Weise ums Leben. Als dann norwegische Wissenschaftler bisher unbekannte Wurmarten entdecken und plötzlich Menschen von Walen angegriffen werden, ahnt noch keiner, dass all diese Vorfälle unmittelbar miteinander verbunden und Teil eines Komplotts gegen die Menschheit sind. Dabei verwendet Schätzing viele
Actionelemente und schafft es ganz locker immer wieder, seine Hörer (bzw. Leser) mit vielen wissenswerten Informationen aus der Meeresbiologie zu versorgen. Leider muss man ihm aber auch vorwerfen, dass er keine Spannungskurve während der gesamten Geschichte aufrecht erhalten kann. Zudem verläuft er sich teils in Banalitäten und Absurditäten (Stichwort: Wale mit Atomsprengköpfen auf dem Rücken). Dennoch ist „Der Schwarm“ ein packender Roman, der seines gleichen in der deutschen Belletristik sucht und eine gute Filmvorlage abgeben würde. Die Hörspielfassung von „Der Schwan“ wird wechselseitig als Tagebuch gelesen und in Dialogen erzählt. Diese Methode ist sehr effektiv und auch sehr angenehm anzuhören, gerade bei dieser gewaltigen Länge. Die Musik und Effekte sind einmalig. Die Auswahl an Schauspielern ist ebenfalls große Klasse! Bis auf eine Ausnahme: Frank Schätzing hat sich dazu entschieden, seine Frau Sabina Valkieser-Schätzing an dieser Produktion teilhaben zu lassen. Sie spricht die Tina Lund
und beweist dabei leider, dass die Schauspielerei nicht gerade ihre Stärke ist.

Fazit: Eine sehr aufwändige Produktion mit Hollywood Potential, aber auch mit einigen Längen!
Unsere Bewertung:
• Geschichte: *****
• Charaktere: *****
• Spannung: *****
• Sprecher: *****
• Aufnahmequalität: *****

Mehr Informationen zu Der Schwarm von Frank Schätzing

Wir danken dem Hörverlag für die Bereitstellung eines Rezensonsexemplares.


24
Nov

Rezension: Nick Hornby- Juliet Naked

Manche behaupten, Nick Hornby könne nur Musikromane schreiben. Der neue Roman von Hornby, „Juliet, Naked“, kann diese Behauptung keinesfalls widerlegen, denn er erzählt tatsächlich wieder eine Geschichte, die nicht ohne Musik auskommt, sondern vielmehr von der Musik lebt. Die Umsetzung dieses Romans als Hörbuch kommt aber interessanter Weise komplett ohne Hintergrund- oder Übergangsmusik aus. Eigentlich schade, denn gerade bei einem Musikroman sollte ein bisschen musikalische Untermalung nicht fehlen. Aber zurück zum Inhalt von „Juliet, Naked“. Es geht um das Leben des (fiktiven) amerikanischen Rock’n’Roll Musikers Tucker Crowe, der in den 80er Jahren ein Herzschmerz-Album namens „Juliet“ veröffentlichte und sich dann von einem auf den anderen Tag vollständig aus dem Musik-Business zurückzog. Fans von überall auf der Welt haben seitdem in Internetforen darüber spekuliert, was Tucker Crowe zu seinem Ausstieg veranlasst haben könnte. Im Laufe des Romans wird der Leidensweg um Tucker Crowe nach und nach aufgefächert. Und zwar zunächst nur von einem britischen Ehepaar, das eine Reise in die USA unternommen hat, um auf den Spuren von Crowe zu wandern. Später, etwa im zweiten Drittel des Romans taucht die Person Tucker Crowe aber auch selbst aktiv im Geschehen auf. Die Plattenfirma von Crowe entschließt sich ein Album namens „Juliet, Naked“ zu veröffentlichen, eine Kollektion von Rohversionen der letzten LP. Simultan zu dieser Erscheinung beginnt Crowe über sein Leben nachzudenken und über die vielen Menschen, die er enttäuscht hat. Allen voran seine zahlreichen Kinder von vielen verschiedenen Müttern.
Hornby nutzt diesen Roman, um seine Gabe, Songs zu interpretieren und ihre Hintergründe zu entschlüsseln einmal mehr zu demonstrieren. So wie er es auch schon in seinen Romanen „31 Songs“ und „High Fidelity“ getan hat; nur dass es dieses Mal fiktive Songs sind. Umrahmt werden Hornby’s Musikrezensionen mit zwischenmenschlichen Beziehungskrisen, einer Priese Sex und ein paar absehbaren Handlungssträngen. Ehemalige Freunde entfernen sich, ehemalige Feinde werden zu Freunden.
Helmut Zierl macht seinen Job in dieser Produktion gewohnt gut. Er liest die Dialoge nicht nur herunter, sondern spielt sie und taucht so immer wieder in das Geschehen ein. Das macht natürlich Spaß beim Hören. Jedoch spricht er die Rollen mit unterschiedlichen Stimmen und kommt dabei manchmal durcheinander, z.B. wenn er zwei weibliche Stimmen in einem Dialog imitiert.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman für Musikliebhaber, der letztlich aber nicht mit anderen Hornby Erfolgskindern wie „High Fidelity“ oder „About a Boy“ mithalten kann.
Unsere Bewertung:
• Geschichte: *****
• Charaktere: *****
• Spannung: *****
• Sprecher: *****
• Aufnahmequalität: *****

Mehr Informationen zu Juliet Naked von Nick Hornby

Wir danken dem Penguin Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexeplares.


10
Sep

Rezension: Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin – Sascha Lobo

Es scheint paradox: Wie soll man denn bitteschön sein Leben gemanagt bekommen, ohne sich dabei wenigstens ab zu mal zusammen zu reißen? Trotzdem, der Gedanke ist verlockend! Nichts tun und doch alles schaffen. Das klingt beinahe so, als würde man in einem Abnehmvideo empfehlen, auf gar keinen Fall Sport zu treiben, sondern am besten so oft wie möglich auf der Couch zu liegen und so viel Schokolade wie möglich zu essen. Das kann nicht funktionieren, werden Sie sagen? Nun, Kathrin Passig und Sascha Lobo werden Ihnen erstaunlicher Weise etwas anderes verraten. Das Zauberwort heißt Prokrastination. Dieses wissenschaftlich anmutende Wort beschreibt nichts anderes, als das Phänomen, Aufgaben gerne auf den nächsten Tag zu verschieben. Richtig angewandt, verhilft einem Prokrastination zu einem erfüllten und sorgenfreien Leben, völlig frei von Zwängen und Nöten. Dieser Ratgeber verlangt im Gegensatz zu anderen Ratgebern jedoch nicht, dass man sein Leben nun von Grund auf ändert. Nein, man will lediglich klarstellen, dass Verbissenheit, Perfektionismus und ein Leben, das nach den Erwartungen anderer ausgerichtet ist, nicht zwangsläufig zu innerer Zufriedenheit führen. Auch mal unnütze Arbeit liegen lassen oder wenigstens einem anderen diese Aufgabe aufs Auge drücken muss doch erlaubt sein, oder? Leider sehen die meisten Menschen das in unserer heutigen Gesellschaft etwas anders. Ist man ein sog.
LOBO (so werden die Prokrastinatoren in diesem Hörbuch bezeichnet; wobei die Abkürzung für „lifestyles of bad organisation“ steht) wird man von seinen Mitmenschen unberechtigter Weise als faul, nichtsnutzig oder sogar böswillig beschimpft. Kathrin Passig und Sascha Lobo nehmen sich dieser Probleme der LOBOs an und zeigen, dass LOBOs wahre Genies, ja sogar Lebensretter seien können! LOBOS lassen eMails unbeantwortet, öffnen nur selten die Post, halten keine Deadline ein und machen die Welt täglich ein Stückchen lebenswerter. Böswillig sind LOBOS übrigens auf gar keinen Fall: einem LOBO wäre es viel zu viel Verwaltungsaufwand, einen anderen Menschen zu verklagen oder andere abwegige Anstrengungen dieser Art zu unternehmen. Gelesen wird dieser Ratgeber, von dem man nie ganz genau weiss, ob er ernst oder ironisch gemeint ist, von dem bekannten Schauspieler Florian Lukas. Dieser hat zwar offenkundig keine ausgebildete Stimme, besitzt dafür über den nötigen Charme und Witz, um dem Hörbuch den richtigen Glanz zu verleihen. Anfangs mag einem Lukas‘ hohe und manchmal heisere Stimme etwas eigentümlich erscheinen, doch mal gewöhnt sich schnell an sie.
„Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin“ ist nach eigenen Angaben aus Notwehr entstanden und gliedert sich in so schöne parolenartige Abschnitte, wie z.B. „Übernächsten Mittwoch ist auch noch ein Tag“, „Lob der Disziplinlosigkeit“, „Das Später-Prinzip“, „Halbe Kraft voraus!“ oder „Schön, schlank und fit in 30.000 Tagen“. Der Schreibstil von Sascha Lobo und Kathrin Passig überzeugt in jeder Hinsicht, wobei man nicht wissen möchte, wie lange die beiden an dem Buch gesessen haben. Gelohnt hat es sich auf alle Fälle, zwar kein Goethe, aber doch ein kleiner Douglas Adams.
Mit solchen Aussagen sollte man zwar vorsichtig sein, aber dieses Hörbuch könnte es sich in der Tat erlauben, mit einer Lachgarantie zu werben. Außerdem ist es auch noch ziemlich hilfreich.
Dieser Ratgeber hilft allen Nicht-LOBOs, die LOBOs unseres Lebens besser zu verstehen und denjenigen, denen nach diesem Hörbuch gewahr wird, dass sie ein waschechter LOBO sind, sich befreit zu outen und dazu zu stehen. Denn es ist ja auch wirklich nichts, wofür man sich schämen müsste.

Fazit: Dieses Audiobuch ist vielseitig wie ein literarisches Schweitzer Taschenmesser, das für jede
auch noch so knifflige Situation die passende Lösung bereithält! Aber keine Otto-Normal-, sondern
eine Sascha-Lobo-Lösung!

Unsere Bewertung:
• Geschichte: *****
• Charaktere: *****
• Spannung: *****
• Sprecher: *****
• Aufnahmequalität: *****

Weitere Informationen zu ‚Dinge geregelt kriegen‘

PH
Wir danken dem „Hörverlag“  für die freundlich Unterstützung.


06
Sep

Rezension: Ach wär‘ ich doch nur zu Hause geblieben – Kerstin Gier

Kerstin Gier- Ach wär‘ ich doch nur zu Hause geblieben (gelesen von Mirja Boes)
Eins vorab: „Ach wär‘ ich doch nur zu Hause geblieben“ ist keine empfehlenswerte Urlaubslektüre,
so wie zum Beispiel Tommy Jauds „Resturlaub“. Vielmehr ist es ein Hörbuch für diejenigen, die
ihren Sommer auf Balkonien verbracht haben und sich das Geld für den Urlaub in diesem Jahr
lieber gespart haben.
Kerstin Gier präsentiert hier nett anmutende Kurzgeschichten, die sich mit sonderbaren Phobien,
wahren Helden, grauen Haaren und angeberischen Freunden befassen. Dabei macht ihre
Romanfigur skurrile Erfahrungen mit flinken Skorpionen, nistenden Spinnen und sehr großen
Käfern mit Pumps. Manchmal denkt man, es könnte sich um eine autobiographische Erzählung
handeln, andere Stellen sind hingegen klar erdichtet. Eins haben aber alle Geschichten miteinander
gemeinsam: gute Unterhaltung, Charme und eine ordentliche Priese Ironie. Dennoch muss sich
Kerstin Gier den Vorwurf gefallen lassen, dass ihre Urlaubsberichte eher für ein weibliches
Publikum geschrieben sind, was allerdings kaum stört. Störender ist eher die Tatsache, dass Gier die
Ängste und Panikzustände, unter denen manche Menschen leiden (seien sie auch noch so
eigentümlich) zu verharmlosen sucht. Zwar ist die Angst vor einem Kinn vielleicht wirklich etwas
belustigend, aber man sollte dennoch vorsichtig sein, wenn man sich über Menschen lustig macht,
die sich ihre abnormalen Zustände nicht selbst ausgesucht haben.
Mirja Boes ist eine tolle Komödiantin und macht ihren Job auch auf dieser Lesung von Kerstin Gier
ausgezeichnet. Sie schafft es, den Zynismus der teils grotesken Satiren von Gier perfekt
hervorzuheben. Ein perfektes Hochdeutsch spricht sie allerdings nicht. So lockt sie beim Hörer ein
unbeabsichtigtes Schmunzeln hervor, wenn Sie (und das mehrfach) das Wort „Couchtich“, anstatt
Couchtisch gebraucht.

Fazit: ein nettes Stück Popliteratur, dass von den Gefahren des Verreisens berichtet und nahe legt,
dass es in Wanne-Eickel vielleicht doch nicht so schlecht ist.

Unsere Bewertung:
Geschichte: *****
Charaktere: *****
Spannung: *****
Sprecher: *****
Aufnahmequalität: *****

Weitere Informationen und Preisvergleich

PH


18
Aug

Rezension: Cornelia Becker – MagentaRot

MagentaRot von Cornelia Becker ist eine Kollektion von fünf Kurzgeschichten, die sich zwischen Melancholie, Phantasie und den Abgründen der menschlichen Seele bewegen. Gelesen wird dieses Hörbuch von Wolfram Koch. Man höre und staune. Nicht nur, weil dieses Hörbuch ausnahmsweise mal nicht von Rufus Beck gelesen wird, nein auch weil Wolfram Koch es schafft, die Geschichten angenehm nüchtern zu lesen, ohne dabei Distanz zu den jeweiligen Erzählungen aufzubauen. Dem Aufmerksamem Hörer wird zudem auch Andreas Fröhlich (bekannt durch die drei ???) aufgefallen sein, der die einleitenden und abschließenden Worte im Hörbuch spricht.

In der ersten Geschichte, die dem Hörbuch ihren Namen verleiht, lässt uns Cornelia Becker an einer Familienfeier teilhaben. Es ist sonnig, die gesamte Familie sitzt beisammen und man spricht über die „guten Zeiten“. Auch wenn das Szenario idyllisch und einträchtig wirkt, so fängt es unter der Oberfläche doch gewaltig zu brodeln an, als der älteste Sohn der Familie im Geschehen auftaucht. Es scheint so, als fühlten sich die Familienmitglieder in ihre Zusammenkunft gestört, ja sogar bedroht. Farben spielen in dieser Geschichte eine große Rolle, da sie Stimmungen und Gefühle symbolisieren. So ist es nicht verwunderlich, dass der ungeliebte Sohn einen magentaroten Anzug trägt. Rot ist eine widerspruchsgeladene Farbe, mit ihr verbindet man Aggression, Hass, Krieg, Blutvergießen oder den Teufel, aber auch Kraft, Liebe, Wärme und Leidenschaft. Im Falle des ungeliebten Sohnes bedeutet die Farbe“rot“ für die restlichen Familienmitglieder aber vor allem eines: Gefahr. Sämtliche Therapieversuche blieben vergebens, der Problemsohn ist immer noch eine tickende Zeitbombe, die jeder Zeit zu explodieren droht. Das Geschehen erreicht seinen Höhepunkt, als der Sohn dem Wunsch seiner Tochter nachkommt und sie beim Schaukeln immer und immer energischer anstößt. Wird er seinem eigen Fleisch und Blut Schaden zufügen?

In der Geschichte „Bis der Vorhang fällt“ lernt man einen Schauspieler kennen, dessen Spezialität es ist, auf den großen Bühnen dieser Welt zu sterben. Er hat es weit gebracht in seinem Beruf, indem er den Menschen eine Illusion darbot. Er hat gespielt. Gespielt mit dem letzten Todeskampf, dem Welken und dem Vergehen auf dieser Welt, ohne jedoch selbst jemals in Lebensgefahr geschwebt zu haben. Dies soll sich allerdings ändern, als ihm eine namenlose Dame begegnet, die den Tod verkörpert. Sein letzter großer Auftritt steht unmittelbar bevor.

„Bukarests Hunde“ beginnt mit einem ausgelassenen Gelächter. Wer aber vermutet, es handele sich bei dieser Geschichte um eine Komödie, liegt falsch: Zwar lässt sich der Freund des Protagonisten ab und an zu einer humoristischen Handlung hinreißen, jedoch ist die Stimmung dieser Erzählung bedrückt. Ein Fotograf, der sich anscheinend in einer mittelschweren Lebenskrise befindet, unternimmt eine Reise nach Rumänien. Die Hässlichkeit der Stadt Bukarest ist für den Fotografen auf seltsame Weise belastend: „Man müsste die Stadt in Flutlicht tauchen. Ihre Geschwüre, ihre Wunden und ihre Schönheit aus dem Dunkel herausreißen“. Als er jedoch seine ersten Fotos machen will, um die besagte Schönheit der Stadt darstellen zu können, wird er von einem Straßenhund gebissen. Was dann passiert hat mit der eigentlich Reise nicht mehr viel zu tun, sondern wird zu einer Expedition ins eigene Ich.

Die zweite CD beginnt mit der irrealen Geschichte „Becasso“, in der ein Maler in einem Traum den großen Meistern Picasso und Beuys begegnet. Bei Brot und Wein unterhält man sich über fachspezifische Themen. Welcher Künstler würde nicht gerne mal ein paar Tipps von den großen Meistern der Kunst einholen? Der scheinbare Segen wird allerdings alsbald zum Fluch und sein Traum erfährt ein jähes Ende. Aber war das alles wirklich nur ein Traum? Als letztes bekommt man das, meiner Meinung nach, stärkste Stück von Cornelia Becker, namens „Qui Quetzal“ zu hören. Eine Geschichte, die den Hörer an die Abgründe der menschlichen Psyche heranführt, bei der man ständig Gefahr läuft, abzustürzen. „Qui Quetzal“ würde sich aufgrund der bizarren Thematik und den authentischen Charakteren auch sehr gut als Filmvorlage eignen. Es geht um einen bemitleidenswerten Jungen von dreizehn Jahren, der seine Ferien in Südfrankreich mit seinem „fremden“ Onkel, seiner Frau und dem „kleinen Ekel“ verbringt. Rimbaud, der tragische Held, hat eigentlich niemanden, dem er sich öffnen kann. In seiner Einsamkeit bildet er sich einen „Freund“ ein, den aztekischen Gott des Windes „Quetzal“. Er berät und unterhält den Jungen. Nachdem Rimbaud kurzweilig Vertrauen zu der Frau seines Onkels aufgebaut hat, die eine Künstlerin ist, wächst in ihm jedoch der Zorn. Grund für seine unbändige Wut ist der Sohn seines Onkels und seiner Tante, den Rimbaud nur das „kleine Ekel“ nennt. „Quetzal“, beginnt nach und nach damit, dem Jungen Befehle zu erteilen. Das Unglück nimmt seinen Lauf…

Die Musik des Hörbuchs gefällt auf Anhieb, gerade das erste Stück von Ahmed Chouraqui ist schön verträumt und stimmt den Hörer gut auf die erste Geschichte ein. Schade ist allerdings, wie die Musik im Weiteren eingesetzt wird. Manchmal hakt sie einzelne Handlungsstränge auseinander, wenn es besser gewesen wäre, keine musikalische Unterbrechungen zu verwenden. Ein anderes Mal wird fröhliche Musik eingespielt, nachdem man gerade etwas trauriges oder schockierendes gehört hat. (So wird z.B. in Track 12 am Ende stimmungsvolle Samba Musik gespielt, nachdem in der Geschichte „Bukarests Hunde“ der Fotograf gerade von dem Hund gebissen wurde und vor Schmerz schreit. Dadurch wird die aufgebaute Dramatik zerstört und die Schmerzen des Protagonisten werden parodiert.) Hier gilt das oft zitierte Gebot: weniger ist manchmal mehr!

Fazit: Ein gelungenes Hörerlebnis für Freunde von anspruchsvoller Literatur, die gleicher Maßen verzaubert und irritiert.

Geschichte: *****

Charaktere: *****

Musik: *****

Spannung: *****

Sprecher: *****

Aufnahmequalität: *****

PH

Weitere Informationen und Preisvergleich von MagentaRot von Cornelia Becker

Wir danken dem Wolpertinger Hörbücher Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.


10
Jul

Sommer: Hörgenuss am Strand

Jetzt, da der Sommer immer öfter zum Sonnenbad am Strand oder See einläd, wird es Zeit für ein Paar Tipps zur Hörgenuss am Strand. Damit man seine Lieblingshörbücher- und Hörspiele während des Sonnenbades genießen kann sollte man einige Dinge beachten:

  • Laden Sie Ihr Hörbuch/Spiel am besten auf einen MP3-Player, aber Achtung ->achten Sie auf einen evtl. vorhandenen Kopierschutz, dieser würde das Überspielen illegal machen. Wenn Sie nicht sicher sind, wenden Sie sich an den jeweiligen Verlag und fragen Sie nach.
  • Legen Sie den MP3-Player nicht in die pralle Sonne. Gerade beim schwarzen Geräten kann es zu Hitzeausfällen kommen. Legen Sie den Player am besten unter ein Handtuch/T-Shirt, oder in Ihren Schatten.
  • Beim Sonnenbaden auf die Kabel der Kopfhörer achten. Sind diese zu lange auf einer Stelle, so kann es zu unschönen Streifen führen.
  • Nehmen Sie möglichst spannende Hörbücher -> Einschlafen in der Sonne wäre fatal!
  • Nehmen Sie Ersatzbatterien (oder besser Akkus) mit -> Ein Ausfall an der spannendsten Stelle wäre schade.
  • Nutzen Sie die richtigen Kopfhörer. Im Freibad ist es meist lauter als am Strand, nutzen sie entsprechend abgeschirmte Kopfhörer.

Wir wünschen viel Spaß.

aboutpixel.de / Strandwetter © Jens Schmidtgen

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